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von Julia Wessel

21 Uhr. Der schwere Kronleuchter klimpert auf das Foyer im ersten Stock des Wuppertaler Opernhauses herab und spiegelt sich in jedem Fenster des Rundbaus vor der Dunkelheit. Rund um den Innenraum haben etwa zwei Dutzend Zuschauer auf Bänken und an kleinen Tischen Platz genommen. Ein stetiges Murmeln füllt den Raum bis zur Decke. Plötzlich erklingt von irgendwo Musik. Ein junger Mann im weißen Kittel schiebt einen Stuhl auf einem Rollbrett herein. Darauf eine Gestalt, ganz in Küchentücher eingewickelt. Die Musik spielt und spielt. Bis Thomas Braus sich in hastigen Bewegungen selbst entfesselt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Saisonauftakt des Wuppertaler Sinfonieorchesters unter Jun Märkl

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von Julia Wessel

Ein sonniger Sonntagvormittag in Wuppertal. Während die Wahllokale sich füllen, werden die Besucher der Historischen Stadthalle in andere (Klang-)Welten entführt: Das Wuppertaler Sinfonieorchester eröffnet die Saison mit Maurice Ravels Ouvertüre zur geplanten, jedoch nie umgesetzten Oper „Shéhérazade“ – exotisch, bildhaft, gleich einer modernen Filmmusik. In umfangreicher Besetzung – bis hin zu zwei Harfen und einem wahrhaft vollen Streicherklang – öffnet die eingängige Komposition des damals erst 25-jährigen Ravel von der ersten Sekunde an Augen und Ohren der Zuhörer.

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von Julia Wessel

Wenn die Trasse zur Bühne wird

Café, Galerie, Bühne. Dass die Nordbahntrasse mehr als nur ein Spazierweg ist, steht außer Frage. Seit ihrer Eröffnung Ende 2014 hat sie sich zu einem wahren kulturellen Zentrum der Stadt gemausert. Nach TrassenJam, TrassenRave, diversen Konzerten und Lesungen stellt Wuppertals Waagerechte ihre vielseitige Einsetzbarkeit am kommenden Samstag bei der diesjährigen KulturTrasse erneut unter Beweis: Ungewöhnliche Orte wie Kirchen, Schulen und Tunnel rund um die Nordbahntrasse werden für einen ganzen Tag zur Spielwiese der vielfältigen Kulturlandschaft Wuppertals – ob Musik, Kunst, Theater oder Literatur.

Sommerpause. Der Kronleuchter im Opernhaus bestrahlt ein leeres Treppenhaus, das Theater am Engelsgarten schläft. Doch hinter den Kulissen der Wuppertaler Bühnen laufen in allen Sparten die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit auf Hochtouren – und der Spielplan verspricht eine mitreißende Melange aus innovativ inszenierten Klassikern und der Zuwendung zu zeitgenössischen Inhalten. Vorhang auf!

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von Julia Wessel