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Die Wuppertaler Bühnen gehen in dieser Spielzeit viele neue Wege. Einer davon führt das Publikum aus dem Zuschauerraum heraus und mitten auf die Bühne: Nach der modernen Video-Oper Three Tales traut sich die Wuppertaler Oper, auch ein barockes Werk in einer ON STAGE-Variante zu inszenieren, in der das Publikum Teil des Geschehens wird – ein Aufruf, dem das junge Musiktheater-Kollektiv AGORA mit Freude nachkam. Das Ergebnis: „Liberazione“, ein individualisiertes Opernerlebnis für alle Sinne, in dem die Zuschauer sich frei im Aufführungsraum bewegen und mit einer zugehörigen App bewaffnet das Geschehen auf ihren eigenen Geräten verfolgen können. Am 20. April ist Premiere.

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Baby hat die Schnauze voll. Haus und Kinder will sie nicht, sie will keine Blumen und kein Eis mitgebracht bekommen und ihre beiden Männer – der offizielle und der inoffizielle – schränken sie in ihrer Selbstbestimmtheit ein. Baby will ihre eigene Herrin sein und mit einer Puppe als Mann nach Italien fahren – oder gleich mit zweien! Doch Babys moderner Lebensstil stößt in ihrem Umfeld nicht nur auf Begeisterung. Das Wuppertaler Schauspielensemble zeigt seit vergangenem Samstag Anne Leppers „Mädchen in Not“, eine ebenso skurrile wie brandaktuelle Komödie über Ausgrenzung, Menschlichkeit und den Preis, den eine vollständige Emanzipation erfordert.

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Ein junger Anzugträger namens Michel kehrt nach Jahren in eine am Meer liegende Kleinstadt zurück, in der er damals die schönste aller Frauen gesehen hat. Doch nichts ist mehr wie bei seinem ersten Besuch: Die exzentrischen Bewohner, die ihn kurzerhand zum König der Stadt erklären – inklusive Kochtopfkrone und Haarfönzepter – haben ihr Gedächtnis verloren und betteln nun um Michels Erinnerungen, um sie als ihre eigenen anzunehmen. Als Michel seine Julietta endlich findet, scheinen sich Vergangenheit und Gegenwart, Fiktives und Reales nur noch weiter zu verstricken – wie in einem Traum, in dem die Gesetze der Realität nicht gelten. In einer farbenprächtigen Inszenierung zeigt die Oper Wuppertal Bohuslav Martinůs 1938 uraufgeführten Dreiakter „Julietta“, eine zweifelhafte Liebesgeschichte, deren Schauplatz nach einer skurrilen Traumlogik funktioniert.

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Welche emanzipierte Frau braucht schon einen Mann? Sicher nicht die junge Baby, die sich stattdessen männliche Puppen hält – denn diese kümmern sich um ihren Haushalt und ihr leibliches Vergnügen, ohne sie in ihrer Selbstbestimmtheit einzuschränken. Doch wie weit kann sich eine Frau von der Opferrolle entfernen, ohne selbst zur Täterin zu werden? Diesen Donnerstag nimmt das Wuppertaler Schauspiel mit Anne Leppers „Mädchen in Not“ ein in vielerlei Hinsicht brandaktuelles Stück ins Programm auf.

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Homers „Odyssee“ ist einer der bekanntesten Stoffe der Weltliteratur. Doch die Wuppertaler Bühnen verstehen sich auf innovative Interpretationen vermeintlich überholter Klassiker: Nach Dantes „Inferno“ nimmt das Schauspiel Wuppertal mit der „Odyssee“ die zweite solistische Darbietung eines literarischen Meilensteins aus der letzten in die aktuelle Spielzeit auf. Wie schon die Höllenfahrt aus der „Göttlichen Komödie“ begeistert auch diese Inszenierung mit starkem Spiel, greifbarer Atmosphäre und einer außergewöhnlich in Szene gesetzten Location: dem Glashaus auf der Hardt.

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„Francesco!“ Das Publikum der Premiere von „Pension Schöller“ braucht einen Moment der Orientierung, denn die gerufene Kellnerin Franziska trägt nicht nur Männerkleidung, sondern verfügt, nebst majestätischem Schnurrbart und buschigen Augenbrauen, wie auch ihre Kollegen über einen breiten italienischen Akzent.

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Halbzeit! Die aktuelle Spielzeit der Wuppertaler Bühnen hat die goldene Mitte erreicht und wartet zu diesem Anlass mit einer weiteren Premiere auf: Ab dem 10. Februar zeigt das gesamte Schauspielensemble im Opernhaus „Pension Schöller“ von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby – eine mehrfach verfilmte Komödie um Normalität und Wahn und um die Frage, ob eine Trennung der beiden eigentlich immer vonnöten ist.

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Welches Kind hat sie nicht geliebt, die Geschichten vom bösen Räuber Hotzenplotz und den gerissenen Listen der bemützten Burschen Kasperl und Seppel? Schon seit Ende November trieb der Räuber sein Unwesen im Theater am Engelsgarten, bevor er mit Sack und Pack umzog – auf die Bühne des Opernhauses. Dort ist das diesjährige Familienstück des Wuppertaler Schauspielensembles nach dem beliebten gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler nur noch wenige Male zu sehen, bevor es zum Engelsgarten zurückkehrt.

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Wladimir: „So ist die Zeit vergangen.“
Estragon: „Sie wäre sowieso vergangen.“
Wladimir: „Ja. Aber langsamer!“

Wladimir und Estragon, genannt Didi und Gogo, wissen sich die Zeit zu vertreiben: mit mal mehr und mal weniger gehaltvollen Gesprächen, komödiantischen Spielen, Streit und anschließender Versöhnung. Sie unterhalten sich gegenseitig, während sie warten. Worauf nochmal? Ach ja – auf Godot.

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Frischer Wind im Opernhaus: Ab Januar gewährt Dörte aus Heckinghausen einen etwas anderen Einblick in das aktuelle Programm der Wuppertaler Bühnen. Karten sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

Dörte Bald alias Dörte aus Heckinghausen lockt seit 2012 zahlreiche Wuppertaler in ihre schräge „Barmer Küchenoper“, die nicht nur von ihrer „Häimatverbundenheit“, sondern vor allem von ihrem authentisch bergischen Humor lebt. Nun entdeckt die Wuppertaler Kultfigur neues Terrain: Statt in ihre Küche lädt sie diesmal in ihr Wohnzimmer, das sie kurzerhand im Kronleuchterfoyer, dem Herzstück des Wuppertaler Opernhauses, eingerichtet hat.