von Larissa Plath

Die Wahrheit hat viele Gesichter. Mal versteckt sie sich hinter dem Schleier der Notlüge, ein anderes Mal ist sie als scheinbare Wirklichkeit getarnt. Sie kann als Halbwahrheit auftreten und im extremen Fall zur Unwahrheit, zur Lüge werden. Bis zu einem gewissen Grad bleibt Wahrheit immer subjektiv, verhandelbar, niemals endgültig. Getreu dem Motto #SchönLügen der diesjährigen Wuppertaler Literatur Biennale widmete sich das Ensemble des Schauspiels Wuppertal am vergangenen Montag der Wahrheitsfrage im Kontext des Theaters und zeigte in einer abwechslungsreichen Lesung unterschiedliche Facetten von Schein und Sein auf.

maryvon Marajka Parplies

Mwanza Mujilas Debütroman Tram 83 erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte über zwei Freunde im einzigen gleichnamigen Nachtclub Tram 83 in einer heruntergekommenen Großstadt im Kongo, wo allabendlich Menschen verschiedener und oft moralisch fragwürdiger Lebensentwürfe zusammenfinden: Prostituierte, Arme, Reiche, Studierende, ehemalige Kindersoldaten. In dieser von Krieg und Korruption gebeutelten Umgebung, zwischen Hoffnungslosigkeit und Globalisierung, treffen sich der politisch verfolgte und Schutz suchende Schriftsteller Lucien und der Kleinganove Requiem, nach langer Zeit wieder.