von Larissa Plath

„Es ist besser, sie nicht anzusehen.“ Mit „sie“ sind die Opfer eines mordenden Mutter-Tochter-Gespanns gemeint, welches sein abgeschiedenes Hotel nutzt, um wohlhabende männliche Gäste ins Jenseits zu befördern und sich auf diese Weise zu bereichern. Was die namenlose Mutter (Julia Wolff) ihrer Tochter Martha (Lena Vogt) gegenüber nüchtern feststellt, ist nur eine von vielen, in ihrer teilnahmslosen Kälte so erschreckenden Aussagen, die im Laufe des Stücks folgen sollen. Das grausame Handeln dient der eigenen Rettung in eine vermeintlich bessere Zukunft, aber am Ende scheitern beide an ihrem Unvermögen, sich der Realität zu stellen.

von Larissa Plath

Der Vorfall ist schnell umrissen: Ein Täter, ein Stock, ein Opfer und, als Resultat, zwei abgebrochene Schneidezähne. Ursache und Folgen der Tat zu ermitteln, ist da schon schwieriger. Zu diesem Zweck treffen sich die Eltern von Übeltäter Ferdinand und dem Leidtragenden Bruno, eine Stellungnahme wird verfasst, die Streiterei wird geklärt. So zumindest könnte das Friedensgespräch laufen, wären da nicht die vielen großen und kleinen Konflikte, die nach und nach zutage gefördert werden, bis schließlich der „Gott des Gemetzels“ die Oberhand zu gewinnen droht. Yasmina Rezas Erfolgsstück, seit seiner Uraufführung 2006 zum modernen Komödienklassiker geworden, ist seit Mitte September in bester Kammerspielmanier auf der Bühne im TiC-Theater zu erleben.

Hinter den Kulissen von Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester laufen die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit: Ein genauer Blick auf das Programm lohnt sich! Und wer bei all der Vorfreude nicht bis zur ersten Aufführung warten möchte, kann sich schon am 08. September beim Theaterfest im Opernhaus und während der abendlichen Gala auf die Spielzeit 2019/20 einstimmen.

von Larissa Plath

von Larissa Plath

„Gott ist da“, lauten die letzten Worte Else Lasker-Schülers, wenn sie in Gestalt ihrer selbst erwählten Rolle des Prinzen Jussuf von Theben das Drama IchundIch beschließt. In einer Art Stück im Stück führt die Dichterin das Publikum durch ihr „Höllenspiel“, wo die zwei Hälften des Ichs aufeinander treffen und Gegensätzliches verhandelt wird: Faust und Mephisto, Himmel und Hölle, Damals und Heute. Das Wuppertaler Schauspiel ehrt die 1869 in Elberfeld geborene Dichterin und Dramatikerin zu ihrem 150. Geburtstag mit einem Theaterfestival, dessen Höhepunkt die aufwändige Inszenierung ihres letzten Dramas darstellt.

von Larissa Plath

Sommerzeit in Wuppertal: Für die Cineasten unter uns bedeutet dies vor allem Sommerkinozeit, wenn am 12. Juli in der Alten Feuerwache an der Elberfelder Gathe die neue „Talflimmern“-Saison eingeläutet wird. Seit 2002 bietet die Veranstaltungsreihe alljährlich ein anspruchsvolles Programm aus Filmen des vorherigen Jahres. Ergänzt wird diese Auswahl durch Klassiker, Previews sowie, an besonderen Abenden, durch ein musikalisches Rahmenprogramm.

von Larissa Plath

„HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung“, schreibt Saša Stanišić. Irgendwo dazwischen, zwischen Flucht und Ankunft, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Roman, Essay und Autobiographie, bewegt sich sein aktuelles Buch. Am 28. Mai liest der Bestsellerautor in der Elberfelder CityKirche.

von Larissa Plath

Eine zweigeteilte, weiß grundierte Leinwand, darauf eine unregelmäßig verwischte, blutrote Farbfläche, auf der sich dunkle Schatten abzeichnen. Vor diesem Hintergrund stehen nebeneinander aufgereiht acht glatzköpfige, in hautfarbene Trikots gekleidete Gestalten, deren Stille im Kontrast zu dröhnenden, verzerrten Klängen elektronischer Musik steht. Während die letzten Zuschauer ihre Plätze suchen, setzen sich die merkwürdigen Figuren in Bewegung: verzerrte Mimik, sich windende Körper, zuckende Arme und Beine. Mit den Worten „Now is the winter of our discontent“ werden die ersten Zeilen aus Richards Anfangsmonolog rezitiert; nach und nach stimmen die anderen in den nun mehrsprachigen Kanon ein, wiederholen die Verse auch auf Deutsch. Durch die Zuschauerreihen bahnt sich eine weitere Gestalt den Weg nach vorne auf die Bühne.

von Victoria Steffen und Larissa Plath

Wie ein Pflanzensetzling ragt ein Männerkopf aus dem Bühnenboden – mehr ist auf den ersten Blick in der Dunkelheit nicht zu erkennen. Aus einem viereckigen Loch schält sich der dazugehörige Körper, nur um im darauffolgenden Moment kopfüber im nächsten Loch zu verschwinden. Aus diesem zwängt sich wiederum ein weiblicher Oberkörper. Otto (Stefan Walz) legt sich ins Zeug, doch Hildes (Maresa Lühle) anfängliches Stöhnen schlägt schnell in Gelächter um: „Jetzt lass gut sein!“. Der nächste Tag sei eh schon anstrengend genug, da spare man sich lieber die Kräfte. Ein wohl allzu üblicher Vorgang im Hause Holdenrieder. Wenn’s nach Otto ginge, würde man den wohlverdienten Feierabend in trauter Zweisamkeit deutlich aktiver gestalten. Bitterböse und sozialkritisch: In den Werken von Franz Xaver Kroetz liegen Komik und Tragik eng beieinander. Mit Der Drang bringt das Wuppertaler Schauspiel nun eines der späteren Stücke des bayerischen Dramatikers auf die Bühne.

IMG_7799von Julia Wessel

Else Lasker-Schüler ist in diesem Jahr präsenter denn je: Zum 150. Geburtstag der Schriftstellerin ziehen sich unter dem Motto „Meinwärts“ Veranstaltungen aller Art durch ihre Geburtsstadt Wuppertal. Auch die Bergische Universität, die hinsichtlich der Künstlerin bereits auf eine langjährige Forschungstradition zurückblicken kann, lässt es sich nicht nehmen, ein Format beizusteuern und ihr Leben und Wirken aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten.

von Victoria Steffen und Larissa Plath

„Bimini“: Inselgruppe der Bahamas, mystischer Fleck und paradiesischer Sehnsuchtsort in Heinrich Heines gleichnamigem Gedicht. Ein Wort, das viele Assoziationen weckt. Wolfgang Anders (Martin Petschan) jedoch, eine der zentralen Figuren in Christoph Nußbaumeders Stück Im Schatten kalter Sterne, sieht darin lediglich die zusammengesetzten Namen der Firmengründer von „Bimini“. Der Rüstungskonzern wird durch die Übernahme eines Start-Ups zu Wolfgangs neuem Arbeitsplatz. Als Projektleiter und Experte für Künstliche Intelligenz und Mikrodrohnen soll er die Firma zum Vorreiter auf dem Gebiet der vollautonomen Waffentechnik machen. Für den Softwareentwickler ist es der Eintritt in eine fremde Welt.