Sie marschieren im Kreis, recken ihre Demoschilder in die Höhe. „Gewalt ist keine Lösung“, „Revolte“, „Make love, not war“, „Arbeiter aller Länder, vereinigt euch“, rufen die drei Figuren abwechselnd in ihre Megaphone. Die paradoxe Mischung verschiedener Parolen kommt schließlich auf einen gemeinsamen Nenner: „Widerstand, Widerstand …!“ Einsatz für die gute Sache bedeutet Widerstand gegen – gegen was eigentlich? Was in bester Absicht geschieht, droht zur sinnentleerten Pose zu verkommen: So ergeht es auch Svenja, einer der zentralen Figuren in Nora Abdel-Maksouds Café Populaire. In ihrer Satire nimmt sich die Autorin den überholt geglaubten Klassenbegriff vor und führt die selbstgefällige ‚Aufgeklärtheit‘ eines kulturaffinen Bildungsbürgertums ad absurdum. Am Schauspiel Wuppertal ist das Stück derzeit unter der Regie von Maja Delinić in einer bissigen, doppelbödigen Inszenierung im Stream zu erleben.

von Larissa Plath

Neue Wege ist das Schauspiel Wuppertal mit der Inszenierung des alljährlichen Familienstücks gegangen: Wirbelte in der letzten Spielsaison der kleine Lord vor den Augen des Publikums über eine kunterbunte Bühne, so ist mit Henner Kallmeyers Robin Hood das aktuelle Stück dank einer Aufzeichnung der internen Premiere als Stream von zu Hause aus erlebbar. Für ihre Mission hat die Heldin der Geschichte, Robin von Locksley, viel Zuspruch erhalten – wen wundert es da, dass die mutige Prinzessin samt ihrer tatkräftigen Mitstreiter an diesem Samstag erneut loszieht und bei der Gelegenheit sicher noch dem einen oder anderen Wohnzimmer einen Besuch abstattet.

von Larissa Plath