Am Anfang und am Ende war das Wort. Malva Marina Trinidad del Carmen Reyes, geboren im August des Jahres 1934, blickt zurück auf ihr Leben und erzählt ihre Geschichte – eine Lebensgeschichte, die weniger als ein Jahrzehnt dauern sollte und lange Zeit nahezu unerwähnt blieb. Ihr Vater war der chilenische Dichter und Nobelpreisträger Pablo Neruda. Er verließ seine Frau und die mit einem Hydrocephalus (Wasserkopf) geborene Tochter nach zwei Jahren, in seinen Memoiren erwähnte Neruda Malva mit keinem Wort.

von Larissa Plath

 

Romanbiographie, fiktionale Biographie, biographischer Roman – Erzählungen über das Leben von Literaten und Künstlern haben derzeit Konjunktur und kommen in vielerlei Gestalt daher. Mal mehr oder weniger den gängigen Vorstellungen und Klischees über die jeweils dargestellte Person entsprechend, ein anderes Mal gezielt revisionistisch und neue Perspektiven eröffnend. Mit seinem 2018 in deutscher Übersetzung bei Diogenes erschienenen Roman Jack (Originaltitel: American Letters) fügt sich der neuseeländische Autor Anthony McCarten in diese Reihe ein: Sein Roman ist eine Hommage an das Werk Jack Kerouacs, die über eine bloße Literarisierung der Lebensgeschichte des King of the Beats hinausgeht.

von Larissa Plath