Sibylle Berg – GRM

Die Erzählung von Sibylle Berg findet in sieben Hochhäusern, auch Seven Sisters genannt, in Rochdale und Liverpool statt. Die Handlung von dem Roman GRM –Brainfuck umfasst rund zwei Jahrzehnte und führt über das Jahr 2019 hinaus, in eine Zeit, als „der Brexit nur noch Erinnerung war“. Die Protagonisten sind vier Kinder, die an ADHS oder Autismus, Albinismus und am Hutchinson-Gilford-Syndrom leiden. Diese ADHS-Kinder befinden sich in dem Jahrtausend, das selbst „eine Überschrift hat. Sie hieß. ADHS. Kursiv darunter stand: Wir ordnen den Scheiß jetzt neu.“ Die Protagonisten leiden nicht nur an ADHS, sondern auch an der Gewalt, die ihnen durch Eltern, Männer und die Gesellschaft zugefügt wird. Sie empfinden Wut und Ärger, die sich in Grime-Musik ausdrücken lassen. Grime stellt die Hoffnung in diese kaputte und verrückt gewordene Welt dar. Die Kinder, die leider keine Kinder mehr sind, haben die Aufgabe übernommen, außerhalb des Systems zu überleben, um nicht mehr verletzt zu werden. Sie starten eine Revolution gegen die Überwachungsdiktatur, gegen die von der IT-Mafia gelenkte Regierung, gegen das System, das diese Welt kaputt gemacht hat. 

von Shipra Tholia

Es gibt Bücher, die würden wir am liebsten all unseren Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern empfehlen. Und es gibt Bücher, da weiß man gar nicht so genau, ob man eine Empfehlung im eigentlichen Sinne aussprechen kann – zumindest nicht uneingeschränkt. Schwere literarische Kost, Bücher, die uns aus der eigenen Komfortzone heraus locken, sind besonders interessant, aber natürlich auch herausfordernd. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dürfte unter den folgenden Buchtipps der Redaktion vielleicht etwas für sich entdecken:

Berufliche Ambitionen, persönliche Verwicklungen, traditionsbehaftete Strukturen – die Universität erweist sich als ergiebiger Romanschauplatz für kleinere und größere Konflikte. Ob amüsant-ironisch im Stil der campus novel oder eindringlich-realistisch, ist die Darstellung des akademischen Universums nicht selten mit einem kritischen Blick auf bestehende Verhältnisse verbunden. Welches besondere Lesevergnügen Campusgeschichten bereiten können, zeigen die folgenden fünf Romane.

Am Anfang und am Ende war das Wort. Malva Marina Trinidad del Carmen Reyes, geboren im August des Jahres 1934, blickt zurück auf ihr Leben und erzählt ihre Geschichte – eine Lebensgeschichte, die weniger als ein Jahrzehnt dauern sollte und lange Zeit nahezu unerwähnt blieb. Ihr Vater war der chilenische Dichter und Nobelpreisträger Pablo Neruda. Er verließ seine Frau und die mit einem Hydrocephalus (Wasserkopf) geborene Tochter nach zwei Jahren, in seinen Memoiren erwähnte Neruda Malva mit keinem Wort.

von Larissa Plath

Die Großstadt mit all ihren Facetten wird in der Literatur nicht selten zur Neben- oder Hauptdarstellerin, die mal dezent agiert und sich ein anderes Mal in den Vordergrund der Geschichte spielt. Passend dazu möchten wir euch heute vier Schriftstellerinnen und ihre Werke vorstellen – keine Großstadtromane im engeren Sinne, sondern vergangene, gegenwärtige, zukünftige und vielleicht auch zeitlose Momentaufnahmen dreier Metropolen: Berlin, Paris und New York.