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von Katia Marcucci

Kraft, der erste Roman von Jonas Lüscher, erschienen im Jahr 2017 beim C.H. Beck Verlag, nimmt den Leser mit in die zerbrochene Welt des Rhetorikprofessors Richard Kraft. Malträtiert von seinen bisherigen Erlebnissen, Schicksalsschlägen und gescheiterten Beziehungen, wird Kraft in die vereinigten Staaten eingeladen, um zu erklären, warum alles gut ist, wie es ist. Besser gesagt

Why whatever is, is right […].

Gerhard Falkner beschreibt in seinem Roman Romeo oder Julia die zu Beginn unerklärlichen Ereignisse, die sich in kurzen Abständen im Leben des Schriftstellers Kurt Prinzhorn ereignen. Was zunächst als eine seltsame Anekdote, die sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln anregt, beginnt, verwandelt sich immer mehr in eine unheimliche Verfolgung, deren Ursprung weit zurück liegt. Der Roman, der im Berlin Verlag erschien, schaffte es in diesem Jahr auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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von Wiebke Martens

Robert Menasses Roman Die Hauptstadt wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Die Medien loben sein neustes Werk als wegweisend, es ist sogar die Rede von der Neuschöpfung des Genres „Europa-Roman“. Außer Frage steht, dass Menasses neuester Roman durchaus wichtige Themen anspricht und radikale Vorschläge zur Weiterentwicklung Europas macht. Die Tatsache, dass dies auf erzählerisch geschickte Weise passiert, trägt wesentlich zum Lesegenuss von Die Hauptstadt bei.

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von Lara Ehlis

Marcel
von Marcel Böhne

Der Wissenschaftler Wiliam Dyer bricht sein Schweigen. Ein Schweigen, das sich Dyer nach  seiner Expedition in die Antarktis im Jahre 1930 auferlegte. Aktuell steht eine weitere Expedition bevor, weshalb sich Dyer gezwungen sieht, darüber zu berichtet, was  damals in der Antarktis geschehen ist, um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren:

Dyer und ein Forschungsteam der Miskatonic-Universität wollen mit einem neuartigen Bohrgerät Gesteins- und Bodenproben in der Antarktis untersuchen. Die Expedition entpuppt sich als bahnbrechende Erkenntnis, denn die Forscher entdecken eine Höhle mit Fossilien einer noch unbekannten Lebensart. Ihre Physiognomie deutet darauf hin, dass diese Lebensart hochentwickelt und intelligent gewesen sein muss.

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von Lara Ehlis

Marc-Uwe Kling nimmt seine Zuhörer mit nach „QualityLand“, wo Menschen in Nützliche und Nutzlose anhand ihres Levels eingeteilt werden. Männliche Kinder erhalten als Nachnamen den Beruf ihres Vaters am Tag der Zeugung, Mädchen den Beruf ihrer Mutter. In QualityLand werden Adjektive immer im Superlativ benutzt, denn QualityLand ist das beste aller Länder. Gegenstände werden sofort – und teilweise ungefragt – per Drohne ausgeliefert und per Kuss auf einem sogenannten QualityPad bezahlt. In diesem Land, in dem Menschen und deren Meinungen durch Algorithmen gesteuert werden, lebt Peter Arbeitsloser. Er betreibt eine Maschinenverschrottungsanlage, denn in QualityLand ist das Reparieren defekter Gegenstände strengstens verboten.

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von Kerstin Kiaups

Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden und das einzige Lebenszeichen ist eine leere Postkarte aus Istanbul. Daraufhin begibt sich Ali auf die Suche nach ihrem Bruder und taucht ein in die orientalische Metropole und ihre schillernde Halbwelt. In Salzmanns Debütroman Außer Sich, der im September diesen Jahres bei Suhrkamp erschienen ist und es zurecht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat, geht es um Familie, Identität und immer wieder um die Frage, wie die Vergangenheit das eigene Schicksal formt und ob es nicht doch noch einen letzten Rest Selbstbestimmung geben kann.

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von Nadine Wichmann

Der Herbst naht in raschen Schritten und mit ihm nicht nur der goldene Oktober, sondern auch die düsteren, regnerischen September- und Novembertage, die Abende, an denen man es sich am besten in eine Wolldecke gekuschelt mit einer Tasse Tee auf dem Sofa gemütlich macht und liest. Welche Bücher sich dafür besonders eignen, erfahrt ihr hier. Wir haben für euch acht Romane, die perfekt sind für den kalten, nassen, ungemütlichen Herbst.

Martin Suters aktueller Roman „Elefant“ ist ein temporeiches, aber dennoch einfühlsames Werk, dessen Themen sich zwischen Gentechnik und Mythologie, zwischen moralischem Handeln und Profitgier bewegen.

IMG_7782von Nadine Wichmann

Das Genmanipulierte Haustierchen

Als der Zürcher Obdachlose Schoch eines Morgens in seiner Höhle am Fluss erwacht, sieht er einen Elefanten. „Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.“