Zwischen ‚Bioy Casares‘ und ‚Byron‘ klafft eine unübersehbare Lücke im alphabetisch sortierten Buchregal, von dem erwarteten ‚Borges‘ keine Spur. Eine Tatsache, die auf den ersten Blick nicht unerklärlich – besagte Privatbibliothek gehört dem großen argentinischen Autor Jorge Luis Borges höchstselbst – auf den zweiten Blick aber zumindest verwunderlich ist und dem Ich-Erzähler in Jaime Begazos Kurzroman Die Zeugen (Kupido Literaturverlag, 2020) die literarische Spurensuche zusätzlich erschwert. Fast scheint es, als wolle Borges’ Erzählung „Emma Zunz“ gar nicht vom Erzähler gefunden und noch weniger erneut gelesen und auf diese eine entscheidende Unstimmigkeit hin überprüft werden: Wer ist Milton Sills, lautet die Frage, die den namenlosen Protagonisten zu seinem Idol Borges und tief hinein in dessen Erzähluniversum führt.

von Larissa Plath

Am 24. Oktober ist der Tag der Bibliotheken : Für uns Buchliebhaber die Gelegenheit, in der hauseigenen (und im Vergleich meist doch recht überschaubaren) Privatbibliothek zu stöbern und Bücher herauszusuchen, die sich – in welcher Form auch immer – mit der Bibliothek beschäftigen. In der Literatur ist diese ein Ort der unverhofften Entdeckungen, eine Schatzkammer, die zur Sinneserfahrung einlädt und sogar zum Tatort werden kann. Als Inspiration hier eine Auswahl unserer liebsten Werke und klugen Gedanken rund um dieses Thema – von A wie Austen bis W wie Woolf.