Wohin führt der Wunsch, ohne ökologischen Fußabdruck durchs Leben zu gehen? Eckhart Nickel greift das gesellschaftliche Streben nach einer ressourcenschonenden Lebensweise in seinem, unter anderem für den deutschen Buchpreis nominierten, Debütroman Hysteria auf und entwirft ein denkwürdiges Szenario, das der inhaltlichen Überladung jedoch nicht ganz standhält.

von Ben Sulzbacher

„Das ist ein Land von Verrückten“, heißt es an einer Stelle des Romans. Das Land, von dem die Rede ist: das Baskenland an der französisch-spanischen Grenze. Bis zum Jahr 2018 von der Gewalt und den Anschlägen der ETA, der baskisch marxistisch-leninistischen und separatistischen Terrororganisation, tief erschüttert und gespalten. Der gebürtige Baske Fernando Aramburu, seit Mitte der achtziger Jahre in Hannover lebend, hat mit seinem aufwühlenden Roman besonders in Spanien für Furore gesorgt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Patria erzählt von Trauer, Leid, Zerrissenheit und Feindseligkeit, aber auch von der Hoffnung auf Aussöhnung und Normalität.

von Caroline Köhler

Susanne Röckel beschreibt in ihrem Roman Der Vogelgott, wie sich die Fantasterei nach und nach Einzug in die Köpfe ihrer wehrlosen Opfer verschafft.

von Kira Ehlis

„Ich ließ mich von jenem Dunklen locken, das sich mir gezeigt hatte…“ Ebenso wie die Protagonisten des Buches, muss sich auch der Leser fühlen, so er sich denn entschließt, die von Susanne Röckel dargebotene Reise anzutreten. Und diese sollte wohl überlegt sein, denn Der Vogelgott ist wahrlich keine leichte Kost und spielt, wie sein Titel bereits vermuten lässt, in übernatürliche Sphären hinein. Dabei zwingt er den Leser mehr als einmal dazu, die gedankliche Wohlfühlzone zu verlassen. Mit ihrem Roman mit Elementen aus der Schauerromantik hat die Schriftstellerin und Übersetzerin ein Werk hervorgebracht, das es trotz – oder gerade wegen – seiner außergewöhnlichen Schilderungen auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 geschafft hat.

 

Romanbiographie, fiktionale Biographie, biographischer Roman – Erzählungen über das Leben von Literaten und Künstlern haben derzeit Konjunktur und kommen in vielerlei Gestalt daher. Mal mehr oder weniger den gängigen Vorstellungen und Klischees über die jeweils dargestellte Person entsprechend, ein anderes Mal gezielt revisionistisch und neue Perspektiven eröffnend. Mit seinem 2018 in deutscher Übersetzung bei Diogenes erschienenen Roman Jack (Originaltitel: American Letters) fügt sich der neuseeländische Autor Anthony McCarten in diese Reihe ein: Sein Roman ist eine Hommage an das Werk Jack Kerouacs, die über eine bloße Literarisierung der Lebensgeschichte des King of the Beats hinausgeht.

von Larissa Plath

Die Dunkelheit hat seit jeher eine starke Anziehungskraft auf den empfänglichen Geist. Er mag sich vor ihr fürchten, ihren verbergenden Schutz suchen oder seine Phantasie von ihr angeregt finden. Ernst Peter Fischer scheint zumindest mit dem letzten Zustand vertraut, hat er doch mit Durch die Nacht (erschienen im Mai 2017 bei Pantheon) dem Thema ein ganzes Buch gewidmet.

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von Kerstin Kiaups

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von Katia Marcucci

Kraft, der erste Roman von Jonas Lüscher, erschienen im Jahr 2017 beim C.H. Beck Verlag, nimmt den Leser mit in die zerbrochene Welt des Rhetorikprofessors Richard Kraft. Malträtiert von seinen bisherigen Erlebnissen, Schicksalsschlägen und gescheiterten Beziehungen, wird Kraft in die vereinigten Staaten eingeladen, um zu erklären, warum alles gut ist, wie es ist. Besser gesagt

Why whatever is, is right […].

Gerhard Falkner beschreibt in seinem Roman Romeo oder Julia die zu Beginn unerklärlichen Ereignisse, die sich in kurzen Abständen im Leben des Schriftstellers Kurt Prinzhorn ereignen. Was zunächst als eine seltsame Anekdote, die sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln anregt, beginnt, verwandelt sich immer mehr in eine unheimliche Verfolgung, deren Ursprung weit zurück liegt. Der Roman, der im Berlin Verlag erschien, schaffte es in diesem Jahr auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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von Wiebke Martens