Der Autor Marc-Uwe Kling lädt in seinem neuesten Roman wieder ein in die Welt von QualityLand, dem besten aller Länder. Haben Leser*innen im ersten Teil noch die Odyssee des Protagonisten Peter Arbeitsloser miterlebt, der eigentlich nur einen ihm fälschlicherweise zugestellten rosafarbenen Delphinvibrator loswerden wollte, begleiten sie nun in der Fortsetzung Kiki Unbekannt bei der Lösung des Rätsels um ihre Vergangenheit – wobei selbstredend sowohl Peter, als auch seine komplette Entourage, bestehend aus allerlei ungewöhnlichen Elektrogeräten, wieder mit von der Partie sind. Wie gewohnt darf man auch von diesem Roman erwarten, dass aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf witzig-kluge Weise, die sich auf einem Spektrum von Pennälerhumor bis geschickt platzierter Neuverwertung antiker griechischer Legendenstoffe bewegt, verhandelt werden.

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von Lara Ehlis

Trotz der zweiten Spazierrunde durch den Park nehmen die Gedankenwirbel abends einfach kein Ende, das tägliche, stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm trägt dazu bei, dass das Hirn völlig überreizt ist. Man macht es sich auf der Couch bequem, kann sich aber nicht auf die Serie einlassen, die mit ihren Bildern und Geräuschen auf einen eindudelt. Der Griff geht reflexartig zum Handy, man aktualisiert zum fünften Mal innerhalb der letzten halben Stunde den Instagram-Feed, der auch nichts Neues mehr anzubieten hat. Um diesem Kreislauf zu entrinnen und den Augen einen anderen Anblick als den von unterschiedlich großen Bildschirmen zu gönnen, hier mein Vorschlag: Bastelt! Strickt! Beschäftigt eure Hände, entspannt euer Gehirn!

IMG_7727von Lara Ehlis

Olga Grjasnowa, geboren in einer russisch-jüdischen Familie in Baku in Aserbaidschan, schrieb im Jahr 2012 ihren Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt. Sie kam als 11-jährige Migrantin mit ihren Eltern nach Deutschland. Die junge Autorin äußerte sich am 25. März 2017 in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung darüber, dass Menschen mit Migrationshintergrund ausgegrenzt werden, obwohl diese Personen seit Längerem in Deutschland leben. Dies ist auch einer der Gründe, weswegen sie mit der Integrationspolitik unzufrieden ist und unter anderem politische Aspekte sowie Diskriminierung in ihren gesamten Romanen verarbeitet. Sie befürwortet somit eine Gesellschaft, in der Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen miteinander leben können.

mary von Anthoula Hatziioannou

Wir geben zu, dass wir vermutlich voreingenommen sind, aber: Auf jeden Wunschzettel gehört ein gutes Buch, was man im Idealfall direkt im Anschluss an die Weihnachtsfeierlichkeiten auf die heimische Couch entführen und lesen kann. Falls ihr noch ein wenig Inspiration für euren eigenen Wunschzettel benötigt, oder aber auf der Suche nach Geschenkideen für liebe Menschen seid, werdet ihr hoffentlich in unserem heutigen Adventskalender-Beitrag fündig, der gewohnt literarisch daherkommt.

Kintsugi heißt der Roman Miku Sophie Kühmels, der im August 2019 im S. Fischer Verlag erschienen ist. Mit ihrem ersten Roman ist Kühmel, die als Studentin bei Daniel Kehlmann und Roger Willemsen gelernt hat, auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 gelandet. Der Begriff „Kintsugi“ beschreibt im Japanischen eine Technik, mit der gebrochenes Porzellan mit Gold repariert wird. Erst der vermeintliche Makel – der Knacks – verwandelt das Beschädigte in etwas Besonderes.

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von Janina Zogass

Was wäre eine Adventszeit ohne das Plätzchenbacken? Während der Vorweihnachtsstress der  letzten Jahre kaum Zeit übrig ließ, neue Rezepte auszuprobieren, bietet sich das (notwendigerweise) etwas entschleunigte Jahr 2020 geradezu an, um das eigene Plätzchenrepertoire und die Back-Skills ein wenig zu erweitern – zum Beispiel mit diesen leckeren Hafer-Nuss-Plätzchen ;)

von Helena M. Stock

Es sind häufig die kleinen, persönlichen Traditionen, die wir uns entweder über die Jahre selber gestaltet oder von der Familie übernommen haben und die uns signalisieren: Bald ist Weihnachten! Da die Vorweihnachtszeit bei jedem ein wenig anders aussieht, öffnen wir heute ein weiteres Türchen unseres Adventskalenders und gewähren euch Eintritt in die Wohnzimmer der Redaktion, um unsere Advents-Traditionen mit euch zu teilen – hereinspaziert!

„Seit kurzem gibt es einen neuen Typ Schriftstellerin, der mir für den Augenblick der aussichtsreichste scheint: Die Frau, die Reportage macht, in Aufsätzen, Theaterstücken, Romanen. Sie bekennt nicht, sie schreibt sich nicht die Seele aus dem Leib […] die Frau berichtet, anstatt zu beichten.“ Was Erika Mann hier in ihrer Glosse „Frau und Buch“ als eine neue Form des weiblichen Schreibens charakterisiert, klingt auch in der Widmung an, die Margaret Goldsmith ihrem Roman Patience geht vorüber voranstellt. Von dem Anspruch, in einem Roman „wirklichen Menschen“ begegnen zu wollen ist dort die Rede: „Nur keine Illusionen, keine Romantik. Reportage willst Du haben. Ein Stück Leben“, fasst Goldsmith den Wunsch ihrer Freundin Martel Schwichtenberg zusammen, der sie das Buch gewidmet hat. Ein Stück Leben, das im Fall von Goldsmiths Protagonistin Patience auffallend modern ist und von der Autorin vor dem Hintergrund der 1920er und beginnenden 1930er Jahre geschildert wird.

von Larissa Plath

Lars Lenth – Der Lärm der Fische beim Fliegen

In Norwegen ist Lars Lenth vor allem als Profi-Angler bekannt. Somit ist es kein Wunder, dass sein Protagonist Leo Vangen in seinem zweiten Fall mit der Fischerei konfrontiert wird. Leo könnte man als Verlierer bezeichnen: mit Mitte vierzig ist er immer noch kein Volljurist, lebt im geerbten Haus seiner Eltern und vernachlässigt seine sozialen Kontakte. Die ungemeine Ruhe dieses Daseins wird jedoch gestört, als Leos Freund aus Jugendtagen, Axel Platou, an ihn herantritt und seine Hilfe benötigt. Axel hat es zum einflussreichen Lachs-Mogul Norwegens gebracht, seine Zuchtanlage wird jedoch von Ökoaktivisten bedroht und nun soll Leo als neutrale Person dort nach dem Rechten sehen.

von Sophia Ernat