Martin Suters aktueller Roman „Elefant“ ist ein temporeiches, aber dennoch einfühlsames Werk, dessen Themen sich zwischen Gentechnik und Mythologie, zwischen moralischem Handeln und Profitgier bewegen.

IMG_7782von Nadine Wichmann

Das Genmanipulierte Haustierchen

Als der Zürcher Obdachlose Schoch eines Morgens in seiner Höhle am Fluss erwacht, sieht er einen Elefanten. „Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.“

Marcel
von Marcel Böhne

Platon sagte einst in seinem „Theaitetos“ 155d: „Das Staunen ist ein Zustand, der vor allem dem Freund der Weisheit zukommt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen.“
In diesen Zustand des Staunens versetzte mich Carl Einsteins „Bebuquin“. Es gleicht dem Staunen, das entsteht, wenn man ein prachtvolles, künstlerisch gemaltes Bild betrachtet. Dieses Bild besteht aus kleinen Szenen, die, für sich genommen, einen Inhalt darstellen, aber im Ganzen kein kohärentes Handlungsgefüge ergeben. Jede Szene ist ein künstlerischer Akt mit einer enormen Aussagekraft.