Man sagt, die besten Geschichten schreibe das Leben. Daher präsentieren wir diese Woche eine besondere Auswahl an (auto-)biografischen Büchern. Der Clou dabei? Der Übergang zur Fiktion ist fließend! Statt sich den starren Regeln des Genres zu unterwerfen, verfassten diese Autorinnen und Autoren anspruchsvolle, spannende, witzige und ergreifende Kunstwerke, die zwar auf einem (oder mehreren) Leben basieren, aber es eben auch wagen, darüber hinaus zu gehen.

von Larissa Plath

Die Galerie des Wuppertaler Opernhauses liegt im Dunkeln. Durch eine der Seitentüren schleichen wir möglichst geräuschlos zu unserer Sitzreihe. Über uns wölbt sich das imposante Kuppeldach, unten sind hier und da ein paar schemenhafte Gestalten in der Nähe des Lichtpults auszumachen. Lediglich die Bühne ist hell beleuchtet. Ein Besuch im Opernhaus verspricht stets eine Veranstaltung in besonderer Atmosphäre, doch an diesem Februarabend ist die Stimmung eine andere, ungewohnte. Wir sind die einzigen Gäste, vielmehr stille Beobachter, für die der Vorhang geöffnet und vor der Premiere ein Blick auf die aktuelle Inszenierung ermöglicht wird.

IMG_7731von Anthoula Hatziioannou

 

Am Sonntag, den 10. Februar, liest Julia Wolff im Rahmen des Projekts „Meinwärts. 150 Jahre Else Lasker-Schüler“ aus Verzauberte Heimat. Else Lasker-Schüler und Wuppertal. Julia Wolff ist Schauspielerin, Film- und Fernsehproduzentin, die vielen von den Wuppertaler Bühnen und ihrer jetzigen Rolle als die böse Stiefmutter aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bekannt sein dürfte.

‚Grenzgänge‘ ist das Thema, das Auf der Höhe im neuen Semester begleiten wird. Ob physische, politische und geografische Grenzen, moralische, metaphorische oder gar literarische Grenzen – die Möglichkeiten sind schier unendlich. Um das Thema gebührend einzuläuten, empfehlen wir euch heute passende Bücher, die eine dementsprechend große Vielfalt bieten.

„Das ist ein Land von Verrückten“, heißt es an einer Stelle des Romans. Das Land, von dem die Rede ist: das Baskenland an der französisch-spanischen Grenze. Bis zum Jahr 2018 von der Gewalt und den Anschlägen der ETA, der baskisch marxistisch-leninistischen und separatistischen Terrororganisation, tief erschüttert und gespalten. Der gebürtige Baske Fernando Aramburu, seit Mitte der achtziger Jahre in Hannover lebend, hat mit seinem aufwühlenden Roman besonders in Spanien für Furore gesorgt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Patria erzählt von Trauer, Leid, Zerrissenheit und Feindseligkeit, aber auch von der Hoffnung auf Aussöhnung und Normalität.

von Caroline Köhler