von Larissa Plath

Komödie, Krimi, Thriller, Plot, Story, Figuren… Die Liste mit Stichworten, manche in rot, andere in grün oder blau geschrieben und thematisch nach Gruppen sortiert, wird immer länger. Eine Notiz nach der anderen hält Dozentin Ava Weis auf dem Whiteboard fest, damit im Eifer des Gefechtes nur ja kein Einfall verloren geht. 14 angehende „Filmemacher“, vier Tage und am Schluss: ein Drehbuch. Das alles geschieht nicht etwa in einer der großen Filmproduktionen, sondern in der „Drehbuch-Schmiede“ der Wuppertaler Junior Uni für das Bergische Land.

von Larissa Plath

„Gott ist da“, lauten die letzten Worte Else Lasker-Schülers, wenn sie in Gestalt ihrer selbst erwählten Rolle des Prinzen Jussuf von Theben das Drama IchundIch beschließt. In einer Art Stück im Stück führt die Dichterin das Publikum durch ihr „Höllenspiel“, wo die zwei Hälften des Ichs aufeinander treffen und Gegensätzliches verhandelt wird: Faust und Mephisto, Himmel und Hölle, Damals und Heute. Das Wuppertaler Schauspiel ehrt die 1869 in Elberfeld geborene Dichterin und Dramatikerin zu ihrem 150. Geburtstag mit einem Theaterfestival, dessen Höhepunkt die aufwändige Inszenierung ihres letzten Dramas darstellt.

von Larissa Plath

Eine zweigeteilte, weiß grundierte Leinwand, darauf eine unregelmäßig verwischte, blutrote Farbfläche, auf der sich dunkle Schatten abzeichnen. Vor diesem Hintergrund stehen nebeneinander aufgereiht acht glatzköpfige, in hautfarbene Trikots gekleidete Gestalten, deren Stille im Kontrast zu dröhnenden, verzerrten Klängen elektronischer Musik steht. Während die letzten Zuschauer ihre Plätze suchen, setzen sich die merkwürdigen Figuren in Bewegung: verzerrte Mimik, sich windende Körper, zuckende Arme und Beine. Mit den Worten „Now is the winter of our discontent“ werden die ersten Zeilen aus Richards Anfangsmonolog rezitiert; nach und nach stimmen die anderen in den nun mehrsprachigen Kanon ein, wiederholen die Verse auch auf Deutsch. Durch die Zuschauerreihen bahnt sich eine weitere Gestalt den Weg nach vorne auf die Bühne.

von Victoria Steffen und Larissa Plath

Wie ein Pflanzensetzling ragt ein Männerkopf aus dem Bühnenboden – mehr ist auf den ersten Blick in der Dunkelheit nicht zu erkennen. Aus einem viereckigen Loch schält sich der dazugehörige Körper, nur um im darauffolgenden Moment kopfüber im nächsten Loch zu verschwinden. Aus diesem zwängt sich wiederum ein weiblicher Oberkörper. Otto (Stefan Walz) legt sich ins Zeug, doch Hildes (Maresa Lühle) anfängliches Stöhnen schlägt schnell in Gelächter um: „Jetzt lass gut sein!“. Der nächste Tag sei eh schon anstrengend genug, da spare man sich lieber die Kräfte. Ein wohl allzu üblicher Vorgang im Hause Holdenrieder. Wenn’s nach Otto ginge, würde man den wohlverdienten Feierabend in trauter Zweisamkeit deutlich aktiver gestalten. Bitterböse und sozialkritisch: In den Werken von Franz Xaver Kroetz liegen Komik und Tragik eng beieinander. Mit Der Drang bringt das Wuppertaler Schauspiel nun eines der späteren Stücke des bayerischen Dramatikers auf die Bühne.

Kulturell hat Wuppertal viel zu bieten: Von der Oper bis zur Poetry Slam-Bühne ist alles vertreten. Doch viele kennen sich in der Kulturszene kaum bis gar nicht aus. Auch die Flatrate „Bühne frei“, die es den Wuppertaler Studierenden ermöglicht, kostenfreie Karten für Veranstaltungen der Wuppertaler Bühnen zu erhalten, ist nicht überall bekannt. So werden viele gute Angebote nicht genutzt. Um dem entgegen zu wirken und den Studentinnen und Studenten Hochkultur und Kleinkunst ein wenig näher zu bringen, haben Rebekka Herrig (23) und Julia Wessel (27) im Rahmen des Seminars KulturCampus Wuppertal das Projekt „KulTour“ ins Leben gerufen.

von Wiebke Martens

An zwei Wochenenden im Oktober und Dezember letzten Jahres habe ich mich einem Dutzend Interessierter angeschlossen, um die Vielfalt an Literatur, Theater, Musik und Kunst in Wuppertal genauer kennenzulernen. Hier lasse ich meine Highlights aus sechs Tagen voller Kultur Revue passieren:

von Victoria Steffen und Larissa Plath

„Bimini“: Inselgruppe der Bahamas, mystischer Fleck und paradiesischer Sehnsuchtsort in Heinrich Heines gleichnamigem Gedicht. Ein Wort, das viele Assoziationen weckt. Wolfgang Anders (Martin Petschan) jedoch, eine der zentralen Figuren in Christoph Nußbaumeders Stück Im Schatten kalter Sterne, sieht darin lediglich die zusammengesetzten Namen der Firmengründer von „Bimini“. Der Rüstungskonzern wird durch die Übernahme eines Start-Ups zu Wolfgangs neuem Arbeitsplatz. Als Projektleiter und Experte für Künstliche Intelligenz und Mikrodrohnen soll er die Firma zum Vorreiter auf dem Gebiet der vollautonomen Waffentechnik machen. Für den Softwareentwickler ist es der Eintritt in eine fremde Welt.

Am Sonntag, den 10.02.2019, las die Schauspielerin, Film- und Fernsehproduzentin Julia Wolff im Rahmen des Projekts „Meinwärts. 150 Jahre Else Lasker-Schüler“ aus dem von Ulrike Schrader veröffentlichten Band Verzauberte Heimat. Else Lasker-Schüler und Wuppertal, einer Zusammenstellung mehrerer Werke der damaligen Dichterin.

Die am 11. Februar geborene Elisabeth Schüler war eine berühmte deutsch-jüdisch stämmige Wuppertaler Dichterin. Im Sommer schlüpft Wolff für das Theaterstück „Ich und Ich“ des Schauspiel Wuppertal vom 6. bis zum 13. Juli in die Rolle der Else Lasker-Schüler.

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von Anthoula Hatziioannou

Ein Dorf, frustrierte Einwohner, unerfüllte Träume, der Neid auf die anderen und immer wieder die Suche nach der Liebe – oder auch nach der zwanglosen Leidenschaft. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, dass diese spannungsgeladene Mischung sich entlädt. Und wie ginge das wohl leichter, als durch etwas Fremdes, Unbekanntes, das die alltägliche Routine durchbricht und in das man all seine Emotionen kanalisieren kann?

von Rebekka Herrig

Seit fast anderthalb Jahren gibt es unseren Blog nun schon – Wahnsinn! Inzwischen ist das regelmäßige Schreiben hier für viele von uns ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Mit großem Eifer verfassen wir Rezensionen, berichten über Veranstaltungen, die wir besucht haben oder besuchen möchten, und sammeln Ideen für neue Buchtipp-Listen.

Darüber, wie es bei uns in den ‚Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaften‘ (‚AVL‘) der Uni Wuppertal so hinter den Kulissen aussieht, haben wir bisher eher geschwiegen. Das soll sich nun ändern. Am 19. Dezember feierten wir nämlich unsere alljährliche Weihnachtsfeier, an der wir euch rückblickend gerne teilhaben lassen möchten.

von Jana Schmidt

6. Dezember 2018, kurz nach 18 Uhr: Immer mehr Menschen strömen durch die Eingangspforte der Solinger „Jahnkampfbahn“. In ein paar Minuten wird die rund 5000 Plätze umfassende Zuschauertribüne fast bis zur Hälfte belegt sein. Obwohl das denkmalgeschützte Stadion im Stadtteil Wald auch 90 Jahre nach seiner Eröffnung noch recht intensiv für diverse Sport- und Kulturveranstaltungen genutzt wird, ist eine solche Besucherzahl doch eher ungewöhnlich.

von Jana Schmidt

Und noch etwas ist heute anders. Gespannte Wettkampfstimmung? Fehlanzeige! Denn die Leute sind nicht etwa gekommen, um ihre Lieblingsfußballmannschaft anzufeuern. Sie wollen gemeinsam das Nikolausfest feiern, sich dem musikalischen Zauber der Vorweihnachtszeit hingeben und Zeugen einer Premiere werden: Die Stadtwerke Solingen haben zum allerersten Solinger Nikolaussingen eingeladen.