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von Julia Wessel

Der Begriff „Heimat“ ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Im Positiven wie Negativen wirft das Bedeutungsfeld zahlreiche Konnotationen auf, wie Flucht, Entwurzelung, Sehnsucht und Zugehörigkeit. Diesen Themen widmet sich auch die diesjährige Veranstaltungsreihe der auf drei Spielzeiten angelegten Initiative „Sound of the City“ der Oper Wuppertal, diesmal unter dem Titel „Teil 2: Copyright Heimat“.

von Larissa Plath

Ein ebenmäßiges Gesicht, umrahmt von einer goldglänzenden Haarpracht: Dorian Gray stellt die personifizierte Jugend und Schönheit dar. Diese zu erhalten wird zu seiner Obsession, das Stillen seiner Begierden zu seinem vorrangigen Lebensinhalt.
An den vergangenen beiden Wochenenden präsentierte das TalTonTHEATER seine glanzvolle Bühnenfassung des 1891 erschienenen Romans Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde. Die Ästhetisierung des Lebens, ein radikaler Hedonismus und der damit einhergehende Verlust jeglicher Moral sind universelle Themen, die Wildes Klassiker prägen und zu zahlreichen Adaptionen geführt haben.

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Die Wuppertaler Bühnen gehen in dieser Spielzeit viele neue Wege. Einer davon führt das Publikum aus dem Zuschauerraum heraus und mitten auf die Bühne: Nach der modernen Video-Oper Three Tales traut sich die Wuppertaler Oper, auch ein barockes Werk in einer ON STAGE-Variante zu inszenieren, in der das Publikum Teil des Geschehens wird – ein Aufruf, dem das junge Musiktheater-Kollektiv AGORA mit Freude nachkam. Das Ergebnis: „Liberazione“, ein individualisiertes Opernerlebnis für alle Sinne, in dem die Zuschauer sich frei im Aufführungsraum bewegen und mit einer zugehörigen App bewaffnet das Geschehen auf ihren eigenen Geräten verfolgen können. Am 20. April ist Premiere.

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Otto Dix, Marc Chagall, Paul Klee, Pablo Picasso – Jankel Adler. Obwohl der polnisch-jüdische Maler Mitstreiter und enger Freund bekannter Künstler war, wird die Rezeption seines Werks heutzutage oftmals von der seiner Zeitgenossen überschattet. Die neue Ausstellung im Wuppertaler Von der Heydt-Museum will diesem Phänomen entgegenwirken: Am 17. April eröffnet die erst dritte Retrospektive Adlers, die sein durch die nationalsozialistische Verfolgung zerrissenes Oeuvre zusammenfügt und im Kontext seiner zeitgenössischen Wegbegleiter dokumentiert.

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Baby hat die Schnauze voll. Haus und Kinder will sie nicht, sie will keine Blumen und kein Eis mitgebracht bekommen und ihre beiden Männer – der offizielle und der inoffizielle – schränken sie in ihrer Selbstbestimmtheit ein. Baby will ihre eigene Herrin sein und mit einer Puppe als Mann nach Italien fahren – oder gleich mit zweien! Doch Babys moderner Lebensstil stößt in ihrem Umfeld nicht nur auf Begeisterung. Das Wuppertaler Schauspielensemble zeigt seit vergangenem Samstag Anne Leppers „Mädchen in Not“, eine ebenso skurrile wie brandaktuelle Komödie über Ausgrenzung, Menschlichkeit und den Preis, den eine vollständige Emanzipation erfordert.

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Die Wuppertaler Citykirche im Herzen der Elberfelder Innenstadt wird zur kulturellen Begegnungsstätte: Vom 8. bis zum 14. April treffen im Rahmen des Festivals „Assoziationen“ Musik, Literatur und bildende Kunst aufeinander. Erhard Ufermann und Werner Dickel haben ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das am Sonntag, den 8. April um 16 Uhr mit einer musikalisch wie tänzerisch begleiteten Vernissage eröffnet wird.

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Ein junger Anzugträger namens Michel kehrt nach Jahren in eine am Meer liegende Kleinstadt zurück, in der er damals die schönste aller Frauen gesehen hat. Doch nichts ist mehr wie bei seinem ersten Besuch: Die exzentrischen Bewohner, die ihn kurzerhand zum König der Stadt erklären – inklusive Kochtopfkrone und Haarfönzepter – haben ihr Gedächtnis verloren und betteln nun um Michels Erinnerungen, um sie als ihre eigenen anzunehmen. Als Michel seine Julietta endlich findet, scheinen sich Vergangenheit und Gegenwart, Fiktives und Reales nur noch weiter zu verstricken – wie in einem Traum, in dem die Gesetze der Realität nicht gelten. In einer farbenprächtigen Inszenierung zeigt die Oper Wuppertal Bohuslav Martinůs 1938 uraufgeführten Dreiakter „Julietta“, eine zweifelhafte Liebesgeschichte, deren Schauplatz nach einer skurrilen Traumlogik funktioniert.

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Welche emanzipierte Frau braucht schon einen Mann? Sicher nicht die junge Baby, die sich stattdessen männliche Puppen hält – denn diese kümmern sich um ihren Haushalt und ihr leibliches Vergnügen, ohne sie in ihrer Selbstbestimmtheit einzuschränken. Doch wie weit kann sich eine Frau von der Opferrolle entfernen, ohne selbst zur Täterin zu werden? Diesen Donnerstag nimmt das Wuppertaler Schauspiel mit Anne Leppers „Mädchen in Not“ ein in vielerlei Hinsicht brandaktuelles Stück ins Programm auf.

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Das Von der Heydt Museum ist nicht nur eine der renommiertesten Kulturstätten Wuppertals, sondern in diesem Jahr bereits zum elften Mal Schauplatz einer wahren kulturellen Melange: Im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Kunsthochdrei“ organisiert der Kunst- und Museumsverein eine Zusammenführung von Kunst, Musik und Literatur in Kooperation mit dem Wuppertaler Literaturhaus und der Hochschule für Musik und Tanz Köln/Wuppertal . Seit gestern läuft der Vorverkauf für die erste Veranstaltung dieses Jahres.

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„Es ist ein sehr komplexer Beruf, es ist ein sehr harter Beruf, eigentlich, habe ich manchmal den Eindruck, ist es gar kein Beruf.“, so Michael Zeller über das Leben als Schriftsteller. Aufgeben will er das Autorendasein jedoch nicht – zum Glück! Am 22. März liest der Wahlwuppertaler in der Buchhandlung v. Mackensen am Laurentiusplatz aus seinem jüngsten Werk „Die türkische Freundin“, einem Sammelband mit Prosa und Lyrik rund um deutsch-türkische Begegnungen.