„Ich lebe in Hamburg. Ich habe einen deutschen Pass. Mein Geburtsort liegt hinter fremden Bergen. An der vertrauten Elbe gehe ich zweimal die Woche laufen, eine App zählt die zurückgelegten Kilometer […] Man will gelegentlich von mir wissen, ob ich in Deutschland zu Hause sei. Ich sage abwechselnd ja und nein. Die Leute meinen es selten ausgrenzend.“

Am Anfang und am Ende war das Wort. Malva Marina Trinidad del Carmen Reyes, geboren im August des Jahres 1934, blickt zurück auf ihr Leben und erzählt ihre Geschichte – eine Lebensgeschichte, die weniger als ein Jahrzehnt dauern sollte und lange Zeit nahezu unerwähnt blieb. Ihr Vater war der chilenische Dichter und Nobelpreisträger Pablo Neruda. Er verließ seine Frau und die mit einem Hydrocephalus (Wasserkopf) geborene Tochter nach zwei Jahren, in seinen Memoiren erwähnte Neruda Malva mit keinem Wort.

von Larissa Plath

In her debut novel ‘Eleanor Oliphant is Completely Fine’, Gail Honeyman tells the story of Eleanor Oliphant who is completely fine… At least from the outside her life appears utterly normal. The nearly thirty year old woman has a degree in Classics and works in an office as a finance clerk. At a second glance, her way of living is rather odd. The book tells in three parts, good days, bad days and better days, how Eleanor’s extremely organised and rigid designed life unravels when she falls in love with an unreachable musician.

IMG_7841-3

 

von Wiebke Martens

Georg Klein entführt den Leser in seinem Roman Miakro in die mikrokosmische Welt des Büroleiters Nettler, der dort, Tag für Tag, Pult an Pult, seinen Dienst im Mittleren Büro verrichtet, zu den Mahlzeiten den Nährflur betritt und nachts in seiner Schlafkoje ruht. Was zunächst nach Alltagstrott und festen Strukturen einer in sich geschlossenen Welt klingt, wird jedoch durch den plötzlich auftretenden Binnenwind aufgebrochen, von dem Nettler jedes Mal geweckt wird. Die unruhigen Nächte verleiten ihn dazu, sein Leben zu reflektieren, was zur Folge hat, dass sich die Unruhe auf seine Gemütslage überträgt und er dem alltäglichen Trott entfliehen möchte.

von Laura Wolf

Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Dieser wohlfeilen Einsicht folgt die amerikanische Autorin Lisa Halliday in ihrem Debüt Asymmetrie: Mit Mitte zwanzig hatte sie, damals Lektoratsassistentin in einer renommierten New Yorker Literaturagentur, eine Beziehung mit Philip Roth, die zum Gegenstand ihres ersten Romans werden sollte. Autobiographisches Material, das Einblicke in das private Leben des im letzten Jahr verstorbenen Roth verspricht – da überrascht es wenig, dass Asymmetrie schon vor der Veröffentlichung für wilde Spekulationen in der New Yorker Verlags- und Literaturszene sorgte.

von Larissa Plath

Wohin führt der Wunsch, ohne ökologischen Fußabdruck durchs Leben zu gehen? Eckhart Nickel greift das gesellschaftliche Streben nach einer ressourcenschonenden Lebensweise in seinem, unter anderem für den deutschen Buchpreis nominierten, Debütroman Hysteria auf und entwirft ein denkwürdiges Szenario, das der inhaltlichen Überladung jedoch nicht ganz standhält.

von Ben Sulzbacher

Keiko fällt es schwer, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Von klein auf sind das Verhalten und die Reaktionen anderer Menschen ein Rätsel für sie. Umgekehrt wird auch Keikos eigentümliche Art misstrauisch beäugt. Erst durch ihre Arbeit in einem japanischen Convenience Store, einem Konbini, findet sie einen Zugang zu ihrer Umwelt.
Die Autorin Sayaka Murata beschreibt in ihrem Roman Die Ladenhüterin die Versuche der Protagonistin, sich an eine für sie unverständliche Welt anzupassen, um in der Gesellschaft möglichst wenig anzuecken.

IMG_7841-3von Wiebke Martens