Susanne Röckel beschreibt in ihrem Roman Der Vogelgott, wie sich die Fantasterei nach und nach Einzug in die Köpfe ihrer wehrlosen Opfer verschafft.

von Kira Ehlis

„Ich ließ mich von jenem Dunklen locken, das sich mir gezeigt hatte…“ Ebenso wie die Protagonisten des Buches, muss sich auch der Leser fühlen, so er sich denn entschließt, die von Susanne Röckel dargebotene Reise anzutreten. Und diese sollte wohl überlegt sein, denn Der Vogelgott ist wahrlich keine leichte Kost und spielt, wie sein Titel bereits vermuten lässt, in übernatürliche Sphären hinein. Dabei zwingt er den Leser mehr als einmal dazu, die gedankliche Wohlfühlzone zu verlassen. Mit ihrem Roman mit Elementen aus der Schauerromantik hat die Schriftstellerin und Übersetzerin ein Werk hervorgebracht, das es trotz – oder gerade wegen – seiner außergewöhnlichen Schilderungen auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 geschafft hat.

IMG_7799von Julia Wessel

Sommer in Wuppertal, der frisch gebackene Juli brennt vom Himmel und im botanischen Garten auf der Elisenhöhe haben Gäste verschiedener Form und Farbe Einzug erhalten: Bereits zum 8. Mal stellt das Skulpturenprojekt Hardt plastische Arbeiten in diesem besonderen Ambiente aus – in diesem Jahr von insgesamt 16 Künstlern aus Wuppertal und Umgebung bis nach Paris. Ins Leben gerufen wurde das Projekt 2009 vom im vergangenen Jahr verstorbenen Wuppertaler Künstler Oswald Gibiec-Oberhoff – Dieses Jahr übernahmen Jaana Caspary, Charlotte Perrin und Jonas Hohnke die Regie.

IMG_7799
von Julia Wessel

Die Luft ist noch warm vom Scheinwerferlicht der Vorstellung am Vorabend. Verteilt über die Bühne des Opernhauses sind weiße Drehstühle angebracht, auf denen sich bereits die ersten Zuschauer hin und her bewegen. Michael Cook, der musikalische Leiter des Abends, gibt mit anschaulichen Beispielen zum Mitklatschen eine Einführung in die typische Phasenverschiebung der Minimal Music. Dann verdunkelt sich der Bühnenraum bis zur schwindelerregend hohen Decke und die Anwesenden werden Zeuge einer Kunstform für alle Sinne: der minimalistischen Video-Oper „Three Tales“ von Steve Reich und Beryl Korot, die nach dem Erfolg in der vergangenen Spielzeit erneut ins Programm der Wuppertaler Oper aufgenommen wurde.