Für alle, die gerne Fakten kennen – die Sachbuchempfehlungen der Redaktion:

Larissa empfiehlt:
Lesley M. M. Blume – Und alle benehmen sich daneben. Wie Hemingway seine Legende erschuf

In ihrer umfangreichen und detaillierten Biografie zeichnet die amerikanische Journalistin Lesley M. M. Blume die Entstehungsgeschichte von Ernest Hemingways erstem großen Roman Fiesta nach. Sie folgt den Spuren von seinen schriftstellerischen Anfängen im Paris der goldenen 20er Jahre bis hin zur Entstehung der Kultfigur Hemingway. Abseits von klischeehaften Rollentypen, die oftmals mit dem Schriftsteller assoziiert werden (u.a. der Stierkämpfer, der Trinker, das literarische Genie) stellt Blume den Autor vor allem als ambitionierten Selbstvermarkter dar, der sich und sein Werk geschickt zu inszenieren weiß. Die Journalistin entwirft ein schillerndes Bild einer von künstlerischem Idealismus, Höhenflügen und der Angst vorm Scheitern geprägten Welt und präsentiert die literarische Ikone Hemingway in einem neuen Licht.

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von Julia Wessel

„Das Schicksal des Menschen ist der Mensch“, so Bertold Brecht. Erst durch Beziehungen, durch menschliche Interaktion wird seine Existenz bezeugt – und damit begründet. Ganz bewusst entscheidet er dabei, wer er sein will: Im Annehmen einer Persönlichkeit und im Ausloten ihrer Möglichkeiten erschafft sich der Mensch im Spiel selbst.

Robert Menasses Roman Die Hauptstadt wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Die Medien loben sein neustes Werk als wegweisend, es ist sogar die Rede von der Neuschöpfung des Genres „Europa-Roman“. Außer Frage steht, dass Menasses neuester Roman durchaus wichtige Themen anspricht und radikale Vorschläge zur Weiterentwicklung Europas macht. Die Tatsache, dass dies auf erzählerisch geschickte Weise passiert, trägt wesentlich zum Lesegenuss von Die Hauptstadt bei.

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von Lara Ehlis