Georg Klein entführt den Leser in seinem Roman Miakro in die mikrokosmische Welt des Büroleiters Nettler, der dort, Tag für Tag, Pult an Pult, seinen Dienst im Mittleren Büro verrichtet, zu den Mahlzeiten den Nährflur betritt und nachts in seiner Schlafkoje ruht. Was zunächst nach Alltagstrott und festen Strukturen einer in sich geschlossenen Welt klingt, wird jedoch durch den plötzlich auftretenden Binnenwind aufgebrochen, von dem Nettler jedes Mal geweckt wird. Die unruhigen Nächte verleiten ihn dazu, sein Leben zu reflektieren, was zur Folge hat, dass sich die Unruhe auf seine Gemütslage überträgt und er dem alltäglichen Trott entfliehen möchte.

von Laura Wolf

von Larissa Plath

„Gott ist da“, lauten die letzten Worte Else Lasker-Schülers, wenn sie in Gestalt ihrer selbst erwählten Rolle des Prinzen Jussuf von Theben das Drama IchundIch beschließt. In einer Art Stück im Stück führt die Dichterin das Publikum durch ihr „Höllenspiel“, wo die zwei Hälften des Ichs aufeinander treffen und Gegensätzliches verhandelt wird: Faust und Mephisto, Himmel und Hölle, Damals und Heute. Das Wuppertaler Schauspiel ehrt die 1869 in Elberfeld geborene Dichterin und Dramatikerin zu ihrem 150. Geburtstag mit einem Theaterfestival, dessen Höhepunkt die aufwändige Inszenierung ihres letzten Dramas darstellt.

von Larissa Plath

Sommerzeit in Wuppertal: Für die Cineasten unter uns bedeutet dies vor allem Sommerkinozeit, wenn am 12. Juli in der Alten Feuerwache an der Elberfelder Gathe die neue „Talflimmern“-Saison eingeläutet wird. Seit 2002 bietet die Veranstaltungsreihe alljährlich ein anspruchsvolles Programm aus Filmen des vorherigen Jahres. Ergänzt wird diese Auswahl durch Klassiker, Previews sowie, an besonderen Abenden, durch ein musikalisches Rahmenprogramm.

von Larissa Plath

„HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung“, schreibt Saša Stanišić. Irgendwo dazwischen, zwischen Flucht und Ankunft, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Roman, Essay und Autobiographie, bewegt sich sein aktuelles Buch. Am 28. Mai liest der Bestsellerautor in der Elberfelder CityKirche.

von Larissa Plath

Eine zweigeteilte, weiß grundierte Leinwand, darauf eine unregelmäßig verwischte, blutrote Farbfläche, auf der sich dunkle Schatten abzeichnen. Vor diesem Hintergrund stehen nebeneinander aufgereiht acht glatzköpfige, in hautfarbene Trikots gekleidete Gestalten, deren Stille im Kontrast zu dröhnenden, verzerrten Klängen elektronischer Musik steht. Während die letzten Zuschauer ihre Plätze suchen, setzen sich die merkwürdigen Figuren in Bewegung: verzerrte Mimik, sich windende Körper, zuckende Arme und Beine. Mit den Worten „Now is the winter of our discontent“ werden die ersten Zeilen aus Richards Anfangsmonolog rezitiert; nach und nach stimmen die anderen in den nun mehrsprachigen Kanon ein, wiederholen die Verse auch auf Deutsch. Durch die Zuschauerreihen bahnt sich eine weitere Gestalt den Weg nach vorne auf die Bühne.

Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Dieser wohlfeilen Einsicht folgt die amerikanische Autorin Lisa Halliday in ihrem Debüt Asymmetrie: Mit Mitte zwanzig hatte sie, damals Lektoratsassistentin in einer renommierten New Yorker Literaturagentur, eine Beziehung mit Philip Roth, die zum Gegenstand ihres ersten Romans werden sollte. Autobiographisches Material, das Einblicke in das private Leben des im letzten Jahr verstorbenen Roth verspricht – da überrascht es wenig, dass Asymmetrie schon vor der Veröffentlichung für wilde Spekulationen in der New Yorker Verlags- und Literaturszene sorgte.

von Larissa Plath