von Larissa Plath

Eine zweigeteilte, weiß grundierte Leinwand, darauf eine unregelmäßig verwischte, blutrote Farbfläche, auf der sich dunkle Schatten abzeichnen. Vor diesem Hintergrund stehen nebeneinander aufgereiht acht glatzköpfige, in hautfarbene Trikots gekleidete Gestalten, deren Stille im Kontrast zu dröhnenden, verzerrten Klängen elektronischer Musik steht. Während die letzten Zuschauer ihre Plätze suchen, setzen sich die merkwürdigen Figuren in Bewegung: verzerrte Mimik, sich windende Körper, zuckende Arme und Beine. Mit den Worten „Now is the winter of our discontent“ werden die ersten Zeilen aus Richards Anfangsmonolog rezitiert; nach und nach stimmen die anderen in den nun mehrsprachigen Kanon ein, wiederholen die Verse auch auf Deutsch. Durch die Zuschauerreihen bahnt sich eine weitere Gestalt den Weg nach vorne auf die Bühne.

Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Dieser wohlfeilen Einsicht folgt die amerikanische Autorin Lisa Halliday in ihrem Debüt Asymmetrie: Mit Mitte zwanzig hatte sie, damals Lektoratsassistentin in einer renommierten New Yorker Literaturagentur, eine Beziehung mit Philip Roth, die zum Gegenstand ihres ersten Romans werden sollte. Autobiographisches Material, das Einblicke in das private Leben des im letzten Jahr verstorbenen Roth verspricht – da überrascht es wenig, dass Asymmetrie schon vor der Veröffentlichung für wilde Spekulationen in der New Yorker Verlags- und Literaturszene sorgte.

von Larissa Plath

Fröhlichen Welttag des Buches euch allen!

Heute, am 23. April, soll sich alles rund um das Thema Bücher drehen. Um diesen wundervollen Anlass mit euch zu feiern, beschäftigen sich also auch unsere aktuellen Empfehlungen mit einer der schönsten Beschäftigungen der Welt – dem Lesen. Unsere heutigen Tipps sind Bücher über Bücher, über Bibliotheken und über das Lesen selbst.

Larissa empfiehlt:
Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn

Für die 11-jährige Francie gehören Bücher zu ihren besten Freunden. Ihre unbändige Liebe zum Lesen eröffnet dem Mädchen die zeitweilige Flucht vor der harschen Realität im New Yorker Stadtteil Williamsburg der 1910er Jahre.

von Victoria Steffen und Larissa Plath

Wie ein Pflanzensetzling ragt ein Männerkopf aus dem Bühnenboden – mehr ist auf den ersten Blick in der Dunkelheit nicht zu erkennen. Aus einem viereckigen Loch schält sich der dazugehörige Körper, nur um im darauffolgenden Moment kopfüber im nächsten Loch zu verschwinden. Aus diesem zwängt sich wiederum ein weiblicher Oberkörper. Otto (Stefan Walz) legt sich ins Zeug, doch Hildes (Maresa Lühle) anfängliches Stöhnen schlägt schnell in Gelächter um: „Jetzt lass gut sein!“. Der nächste Tag sei eh schon anstrengend genug, da spare man sich lieber die Kräfte. Ein wohl allzu üblicher Vorgang im Hause Holdenrieder. Wenn’s nach Otto ginge, würde man den wohlverdienten Feierabend in trauter Zweisamkeit deutlich aktiver gestalten. Bitterböse und sozialkritisch: In den Werken von Franz Xaver Kroetz liegen Komik und Tragik eng beieinander. Mit Der Drang bringt das Wuppertaler Schauspiel nun eines der späteren Stücke des bayerischen Dramatikers auf die Bühne.

Kulturell hat Wuppertal viel zu bieten: Von der Oper bis zur Poetry Slam-Bühne ist alles vertreten. Doch viele kennen sich in der Kulturszene kaum bis gar nicht aus. Auch die Flatrate „Bühne frei“, die es den Wuppertaler Studierenden ermöglicht, kostenfreie Karten für Veranstaltungen der Wuppertaler Bühnen zu erhalten, ist nicht überall bekannt. So werden viele gute Angebote nicht genutzt. Um dem entgegen zu wirken und den Studentinnen und Studenten Hochkultur und Kleinkunst ein wenig näher zu bringen, haben Rebekka Herrig (23) und Julia Wessel (27) im Rahmen des Seminars KulturCampus Wuppertal das Projekt „KulTour“ ins Leben gerufen.

von Wiebke Martens

An zwei Wochenenden im Oktober und Dezember letzten Jahres habe ich mich einem Dutzend Interessierter angeschlossen, um die Vielfalt an Literatur, Theater, Musik und Kunst in Wuppertal genauer kennenzulernen. Hier lasse ich meine Highlights aus sechs Tagen voller Kultur Revue passieren:

IMG_7799von Julia Wessel

Else Lasker-Schüler ist in diesem Jahr präsenter denn je: Zum 150. Geburtstag der Schriftstellerin ziehen sich unter dem Motto „Meinwärts“ Veranstaltungen aller Art durch ihre Geburtsstadt Wuppertal. Auch die Bergische Universität, die hinsichtlich der Künstlerin bereits auf eine langjährige Forschungstradition zurückblicken kann, lässt es sich nicht nehmen, ein Format beizusteuern und ihr Leben und Wirken aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten.