von Larissa Plath

Beschwingte Jazzmusik erklingt, Projektionen bunter 50er-Jahre Werbeplakate erscheinen auf einer Seitenwand des Bühnenbildes, davor spielt sich eine slapstickartige Szene ab: Und schon ist man mittendrin im New Yorker Stadtteil Brooklyn und in der Welt des kleinen Cedric Errol (Julia Meier), irgendwo zwischen seinem Zuhause und den Geschäften seiner Freunde Mr. Hobbs (Martin Petschan) und Dick (Andreas Rother). „Die Aristokratie ist unser aller Unglück“, bemerkt der Gemischtwarenhändler Hobbs während seiner täglichen Zeitungslektüre, nicht ahnend, dass es seinem Kumpel Ceddie bestimmt ist, in nicht allzu ferner Zukunft sein Erbe als Lord und zukünftiger Graf von Dorincourt anzutreten.

Heute ist der 16. Bundesweite Vorlesetag: In Kindergärten, Schulen und anderen  Einrichtungen finden verschiedene Aktionen statt, die Kindern und Erwachsenen Freude am Lesen machen sollen. Zu den Vorlesenden gehören Prominente wie Anne Will und Ulrich Wickert.  

Aus diesem Anlass haben wir für euch unsere liebsten Buchtipps zum Vorlesen und Zuhören für Groß und Klein gesammelt.

„Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig“, so der Lyriker Ernst Reinhold Hauschka. In dieser Woche wird viel gelesen im Tal und wir nehmen uns die Zeit dafür – ob in der Bergischen Uni oder im Skulpturenpark, ob Lesung oder Lesekreis, Kurzgeschichte oder Reisebericht. Hier vier besondere Veranstaltungstipps:

Am 24. Oktober ist der Tag der Bibliotheken : Für uns Buchliebhaber die Gelegenheit, in der hauseigenen (und im Vergleich meist doch recht überschaubaren) Privatbibliothek zu stöbern und Bücher herauszusuchen, die sich – in welcher Form auch immer – mit der Bibliothek beschäftigen. In der Literatur ist diese ein Ort der unverhofften Entdeckungen, eine Schatzkammer, die zur Sinneserfahrung einlädt und sogar zum Tatort werden kann. Als Inspiration hier eine Auswahl unserer liebsten Werke und klugen Gedanken rund um dieses Thema – von A wie Austen bis W wie Woolf.

Passend zur Frankfurter Buchmesse begeben wir uns (zumindest gedanklich) auf eine literarische Erkundungstour in den hohen Norden und präsentieren euch eine Auswahl an norwegischen Klassikern, Wiederentdeckungen und zeitgenössischen Romanen. Manche davon haben wir schon gelesen, andere stehen auf der Wunschliste oder liegen im Regal bereit und warten auf ihren Einsatz. Beim Lesen beginnt die Reise im Kopf – also auf zu einem Streifzug durch das diesjährige Gastland Norwegen!

von Larissa Plath

„Es ist besser, sie nicht anzusehen.“ Mit „sie“ sind die Opfer eines mordenden Mutter-Tochter-Gespanns gemeint, welches sein abgeschiedenes Hotel nutzt, um wohlhabende männliche Gäste ins Jenseits zu befördern und sich auf diese Weise zu bereichern. Was die namenlose Mutter (Julia Wolff) ihrer Tochter Martha (Lena Vogt) gegenüber nüchtern feststellt, ist nur eine von vielen, in ihrer teilnahmslosen Kälte so erschreckenden Aussagen, die im Laufe des Stücks folgen sollen. Das grausame Handeln dient der eigenen Rettung in eine vermeintlich bessere Zukunft, aber am Ende scheitern beide an ihrem Unvermögen, sich der Realität zu stellen.

von Larissa Plath

Der Vorfall ist schnell umrissen: Ein Täter, ein Stock, ein Opfer und, als Resultat, zwei abgebrochene Schneidezähne. Ursache und Folgen der Tat zu ermitteln, ist da schon schwieriger. Zu diesem Zweck treffen sich die Eltern von Übeltäter Ferdinand und dem Leidtragenden Bruno, eine Stellungnahme wird verfasst, die Streiterei wird geklärt. So zumindest könnte das Friedensgespräch laufen, wären da nicht die vielen großen und kleinen Konflikte, die nach und nach zutage gefördert werden, bis schließlich der „Gott des Gemetzels“ die Oberhand zu gewinnen droht. Yasmina Rezas Erfolgsstück, seit seiner Uraufführung 2006 zum modernen Komödienklassiker geworden, ist seit Mitte September in bester Kammerspielmanier auf der Bühne im TiC-Theater zu erleben.

Wenn Lea-Maria Anger im Freundeskreis über ihre Arbeit bei Babtec berichtet, erntet sie oft erstaunte Blicke. Eine studierte Geisteswissenschaftlerin vermutet man eben nicht in einem Softwareunternehmen. Und doch hat die ehemalige Lehramtsstudentin hier genau das gefunden, wofür sie brennt. „Meine Aufgabe ist es, ganz verschiedenen Adressaten in der Öffentlichkeit zu zeigen, was wir hier machen und warum Babtec wichtig ist“, erzählt sie.

von Uwe Blass