Buchtipp: Walter Moers’ Weihnachten auf der Lindwurmfeste oder: (anti-)weihnachtliche Grüße aus Zamonien

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Heute in einer Woche ist Heiligabend. Das bedeutet nicht nur leckeres Essen und eine schöne Zeit mit seinen Liebsten, sondern für den ein oder anderen auch ein bisschen Stress. Schließlich haben die wenigsten wirklich alle Geschenke und Mitbringsel rechtzeitig besorgt und eingetütet. Wem nach einer kurzen Auszeit ist, dem sei ein Blick in Walter Moers’ Weihnachten auf der Lindwurmfeste – einem etwas anderen Weihnachtsbuch – empfohlen.

 

von Ben Sulzbacher

„Hamouli, Hamouli, Mepp, Mepp Mepp“ – mit diesen Versen des zugegeben eher untypischen Weihnachtslieds eröffnet Walter Moers das festlich anmutende Spin-Off seiner Geschichten aus Zamonien. Hildegunst von Mythenmetz, ein überaus talentierter Schriftsteller, der auf der Lindwurmfeste beheimatet ist, berichtet in einem heiteren Briefwechsel mit seinem dreigehirnigen Freund Hachmed Ben Kibitzer von den Bräuchen rund um Hamoulimepp – dem zamonischen Weihnachtsäquivalent. Auf den rund 100 bildreich gestalteten Seiten erwarten Leser*innen dabei nicht nur Porträts außergewöhnlicher Tierwesen, sondern auch Denkanstöße, welche die ein oder andere schon längst nicht mehr hinterfragte Tradition in einem neuen Licht erscheinen lassen. So diskutiert Hildegunst etwa den pädagogischen Wert der vorgeheuchelten Existenz eines Geschenke bringenden Wesens und kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass ausschließlich die Fähigkeit zum notorischen Lügen durch eine derartige Praktik geschult werden soll. Für alle, die von der schon seit September ausgerufenen Weihnachtsstimmung erdrückt sind, ebenso wie für diejenigen, die sich für weihnachtlich angehauchte Fantasie-Universen begeistern können, ein absolutes Highlight!