Buchtipps: die besten Bücher 2017

Goodbye 2017!

In rasanten Schritten nähern wir uns dem neuen Jahr.

Vorher wollen wir es jedoch nicht versäumen, euch noch einmal einige eindrucksvolle Bücher zu empfehlen – und zwar keine Geringeren als die besten, die in diesem Jahr ihren Weg in unsere Hände gefunden haben.

Laras Highlight:

Daniel Kehlmann – Tyll

Dieser Roman ist auf viele Arten eindrucksvoll und besonders: Die Darstellung des sagenumwobenen Protagonisten Tyll Ulenspiegel macht ihn zu einer begeisternden Figur, die man aber aufgrund ihrer sie umgebenen Zwielichtigkeit nicht anstandslos ins Herz schließen möchte. Historische Personen und die vom Dreißigjährigen Krieg gebeutelte deutsche Landschaft werden zu Nebendarstellern der Erzählung. In den episodenhaft geschriebenen Kapiteln wird immer wieder von den Schicksalen Anderer berichtet, deren Wege sich mit Tyll kreuzen. Den großen Auftritt in Daniel Kehlmanns neuem Roman hat die Sprache selbst. Sie wird nicht nur als Metathema in den Fokus der Erzählung gestellt, es wird von ihr auch gekonnt Gebrauch gemacht, wenn der Autor seine Geschichte vorantreibt. Trotz der in „Tyll“ herrschenden düsteren Stimmung ist Kehlmanns neuster Roman das wohl mitreißendste Buch des Jahres 2017.

Anthoulas Highlight:

Colson Whitehead – Underground Railroad

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer jungen Sklavin namens Cora. Sie lebt auf einer Plantage mit mehreren Sklaven und erduldet täglich die Gräueltaten, die die weißen Männer an ihnen ausüben. Ihr Freund Caesar entschließt sich zur Flucht über ein geheimes Netzwerk: die Underground Railroad. Von da an beginnt Coras Abenteuer, ein Leben auf der Flucht vor dem Gesetz, ein Leben in ständiger Angst, entdeckt zu werden. „Underground Railroad“ ist ein weiteres Meisterwerk von Colson Whitehead, das einen Einblick in die dunklen Zeiten der amerikanischen Geschichte ermöglicht. Er erhielt 2016 den National Book Award sowie den diesjährigen Pulitzerpreis für diesen eindrucksvollen und spannenden Roman.

Nadines Highlight:

Han Kang – Menschenwerk

Die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang kehrte dieses Jahr nach dem großen Erfolg ihres Erstlings „Die Vegetarierin“ mit ihrem neuen Roman „Menschenwerk“ zurück. Darin erzählt sie von den Gwangju-Aufständen im Korea der Siebzigerjahre, von den Demonstrationen und der militärischen Willkür und Gewalt gegenüber friedlichen Bürgern, welche ihr tragisches Ende im sogenannten Gwangju-Massaker fand. Aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet sie dieses düstere Kapitel der Nationalgeschichte Südkoreas. Schonungslos und ehrlich berichten unter anderem der Jugendliche Dong-ho, dessen Freund Jeong-dae bei den Protesten von Soldaten ermordet wurde, sowie Jeong-daes Mutter von dem Schmerz des Einzelnen, aber auch von der kollektiven Trauer, die ein solches Ereignis anrichten kann. Es ist eine harte Lektüre, brutal und erschütternd, die gleichsam aber auch zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Menschlichkeit sind.

Julias Highlight:

Marion Poschmann – Die Kieferninseln

Privatdozent und Bartforscher Gilbert wurde im Traum von seiner Frau betrogen und flüchtet daraufhin empört vor ihr und ihrem gemeinsamen Leben. In Japan angekommen verhindert er aus Versehen den Selbstmord des folgsamen Studenten Yosa, der ihn von dort an auf einer irrwitzigen Reise auf den Spuren Matsuo Bashōs quer durchs Land begleiten wird… Marion Poschmann erzählt die skurrile Geschichte von einem schrägen Team auf der Suche nach dem perfekten Ort, dem perfekten Bart und nicht zuletzt dem perfekten Leben. Klingt pathetisch, liest sich aber gar nicht so. Liebevoll und detailreich zeichnet Poschmann Eindrücke der japanischen Landschaft und Kultur, ohne sich in Reiseführer-Beschreibungen zu verlieren. Nicht ohne Grund landete dieser zauberhafte Roman auf der Shortlist für den diesjährigen Buchpreis.

Marcels Highlight:

Heinrich Steinfest – Nervöse Fische

Eine Leiche wird in einem Swimmingpool auf einem Hochhausdach gefunden. Rätselhafterweise ist sie übersät mit Haifischbissen. War der Mörder ein Hai? Und das mitten in Wien? Für Chefinspektor Lukastik, bekennender Wittgensteinianer, ist dieser mysteriöse Todesfall jedoch rational erklärbar. Denn Lukastik ist der Überzeugung: „Rätsel gibt es nicht.“

Schon die Prämisse dieser Geschichte, die typisch für Heinrich Steinfest im Gewand eines Kriminalromanes verfasst wurde, lässt ihre Skurrilität erahnen. Durch metaphorische Wortspiele, philosophische Einfälle und vor allem die unvergleichlichen Vergleichen, denen sich Steinfest bedient, um die erzählte Welt und ihre Figuren zu beschreiben, hebt sie sich bewusst von den klassischen Kriminalromanen ab.

„Er ging neben der Leiche in die Knie und legte eine Fingerkuppe auf die Brust des Toten, wie um einen Schalter zu drücken und somit einen sinnlos gewordenen Stand-by-Betrieb außer Kraft zu setzen.“

Doch am Ende wird das Rätsel auf surreale Weise gelöst. Oder wird der Fall nur gelöst, weil es keine Rätsel gibt? Heinrich Steinfests Kriminalroman ist intelligent, unvorhersehbar und eigensinnig, so eigensinnig wie seine Figuren. Die Leser, die sich darauf einlassen, werden einen neuen Blick auf das Krimi-Genre gewinnen.

Katias Highlight:

Diana Gabaldon – Outlander (Highland Saga)

Diana Gabaldon hat in einer bisher achtbändigen Reihe eine wundervolle Saga erschaffen. Wie ich hier bereits geschrieben habe, ist diese Buchreihe sehr empfehlenswert. Blutrünstige Kämpfe des achtzehnten Jahrhunderts, die mystische Welt der Highlands, Liebe, Erotik und der unvergleichliche Humor der Hauptfigur Claire erwarten den Leser und halten die Spannung stetig aufrecht.