Gruseln Garantiert – Spannende Bücher zu Halloween

Halloween, das Fest der Geister und Gespenster, der Zombies und Vampire, lugt mit seinen langen Krallen um die Ecke: am 31.10. ist es wieder so weit!

Die Festivität, die ihre eigentlichen Wurzeln im keltischen und heidnischen Irland hat, erfreut sich seit den Neunzigerjahren großer Beliebtheit in den USA – und seit einiger Zeit auch bei uns. Kinder ziehen verkleidet um die Häuser, eine Halloween-Party jagt die nächste und die Geschäfte quellen über mit Kürbissen und Kostümen. Doch Gruseln klappt nicht nur in den dunklen Straßen. Mit diesen acht schaurig schönen Büchern holt ihr den Halloween-Horror direkt zu euch auf’s Sofa.

Anthoula empfiehlt:
Stephen King – Alpträume

Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt genießt. (Spanisches Sprichwort)
So beginnt die erste makabre Kurzgeschichte „Dolan’s Cadillac“ über Rache und Mord in Stephen Kings Buch „Alpträume“. Eine Reihe unheimlicher Geschichten auf 452 Seiten vom Meister des Schreckens erzählt. Wer sich an Halloween abends ein wenig gruseln und lieber zu Hause bleiben will, sollte das Werk mit seinen Monstern, Vampiren, Zombies, Mördern und Freaks unbedingt lesen. Mit diesem Buch sprengt King mal wieder alle Grenzen der Fantasie!

Nadine empfiehlt:
Mary Shelley – Frankenstein

Dem Forscher Victor Frankenstein gelingt nach jahrelangen gescheiterten Experimenten endlich das scheinbar Unmögliche: er erschafft einen künstlichen Menschen. Doch seine nachlässige Arbeit hat Folgen. Victor ist entsetzt, von dem Wesen, das er zum Leben erwachen lassen hat. Als das Ungeheuer, Frankensteins Monster, aus seinem Labor ausbricht, sieht der Forscher plötzlich seine Familie bedroht und muss das jagen, was er mit eigenen Händen erschaffen hat. Mary Shelley schrieb diesen weltberühmten Klassiker von 1818 im zarten Alter von 19 Jahren. Nun, 200 Jahre später, bringt der Manesse-Verlag eine wunderschöne Jubiläums-Ausgabe heraus.

Kerstin empfiehlt:
Shirley Jackson – Wir haben schon immer im Schloss gelebt

Mary Katherine Blackwood, genannt Merricat, lebt mit ihrer älteren Schwester Constance und ihrem Onkel Julian zurückgezogen im verwitterten Familienanwesen. Zwar wurde Constance freigesprochen, nachdem der Rest der Familie unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, doch die Dorfbewohner haben eine andere Meinung in dieser Angelegenheit. Als mit Charles ein Cousin der Familie eintrifft, der seine ganz eigenen Zwecke verfolgt, gerät die behutsam austarierte Welt von Merricat ins Wanken – und für ihre Schwester würde sie alles tun. Die äußerst ungewöhnliche Erzählstimme Merricats, die Aura der ungeklärten Todesfälle sowie der düstere Schauplatz und seine seltsamen Bewohner erzeugen eine bedrückende Atmosphäre, der man sich nur schwer wieder entziehen kann.

Nadine empfiehlt:
Edgar Allan Poe – Der Untergang des Hauses Usher

Nachdem er einen Brief seines Jugendfreundes Roderick Usher erhalten hat, macht sich der Erzähler auf dem Weg zu dessen abgelegenem Anwesen. Doch dort geschehen mysteriöse Dinge. Was ist das für eine Krankheit, an der Roderick leidet? Und was geschieht mit seiner Schwester Madeline? Der Altmeister der Schauergeschichten vereint in dieser Story alles, was die Menschheit seit jeher das Fürchten lehrt: ein altes, heimgesuchtes Herrenhaus, Auferstehung, Wahnsinn und Tod. Atmosphärisch dicht, düster und ganz klassisch unheimlich – auch ohne viel Blut und Horrorelemente.

Lara empfiehlt:
Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London

Diese Leseempfehlung ist für all jene Menschen gedacht, die sich schon bei dem Gedanken an Halloween zu gruseln beginnen: Ben Aaronovitchs „Die Flüsse von London“ ist Schauerliteratur light, deshalb aber nicht weniger lesenswert.
Peter Grant hat unlängst seine Ausbildung bei der Metropolitan Police abgeschlossen und sieht sich nun mit einem wenig attraktiven Bürojob konfrontiert. Seine berufliche Zukunft verspricht jedoch schlagartig interessanter zu werden, als er völlig unvermittelt eine Zeugenaussage eines Geistes aufnehmen muss und so Eintritt in die Welt der spezielleren Kriminalfälle Londons erhält.
Wer dieses Buch zu lesen beginnt, wird es aufgrund der witzigen Schreibweise und den zahlreichen popkulturellen Anspielungen ungern wieder aus der Hand legen. Glücklicherweise ist für Nachschub gesorgt, da „Die Flüsse von London“ mittlerweile sechs Fortsetzungen hat.

Nadine empfiehlt:
Carlos Ruiz Zafón – Der dunkle Wächter

Die 15-jährige Irene zieht mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in einen kleinen Küstenort, da ihre Mutter einen Job bei dem heimischen Spielzeugfabrikanten antritt. Doch der hütet auf seinem riesigen wie unheimlichen Anwesen Cravenmoore schreckliche Geheimnisse, in die Irene und ihr neuer Freund Ismael immer weiter hineingezogen werden. „Der dunkle Wächter“ ist eines von Zafóns Jugendbüchern der Nebentrilogie, aber garantiert nicht nur für junge Leser ein gruseliger Spaß. Mit malerischer und detailverliebter Sprache schafft Zafón eine Geschichte ganz im Sinne der klassischen Schauerliteratur von Poe und co. Die beiden Folgebände, die ebenfalls mit geheimnisvollen Stories verzaubern, heißen „Der Fürst des Nebels“ und „Der Mitternachtspalast“.

Anthoula empfiehlt:
Stephen King – Im Kabinett des Todes

In 14 Kurzgeschichten auf stolzen 582 Seiten beweist King mal wieder sein Talent dafür, Gänsehaut zu verbreiten. Wer Geschichten über tote Wesen, den Teufel in Person, Ganoven, Mörder, ein Verhör in einem Todesraum, eine Autopsie mit fast tödlichen Folgen oder den Revolvermann Roland Deschain aus der „Dunklen-Turm“-Reihe lesen will, wird dieses Meisterwerk an einem Tag geradezu verschlingen! Stephen King erhielt für die in diesem Band erschienene Kurzgeschichte „Der Mann im schwarzen Anzug“ zudem den O’Henry Award.

Kira empfiehlt:
E.T.A. Hoffmann – Der Sandmann

Ähnlich wie in den englischen Gothic Novels untersucht E.T.A. Hoffmann als quasi einziger Vertreter der deutschen ‚Schauerromantik‘ in seinen Werken die menschliche Psyche – und dies auf besonders unheimliche Weise. So wird auch in „Der Sandmann“ gezeigt, wie das Kindheitstrauma, das durch die Begegnung mit dem eigentlich allzu bekannten Märchen ausgelöst wird, den Protagonisten Nathanael in den Wahnsinn treibt. Denn im Gegensatz zur herkömmlichen Erzählung ist der Sandmann hier eine Figur, die unartigen Kindern nachts Sand in die Augen wirft, bis sie blutig aus dem Kopf springen, um die eigenen Nachkommen mit ihnen zu füttern. Obwohl die Novelle bereits 1817 erschienen ist, ist sie auf Grund der phantastischen Geschichte mit vielen düsteren Motiven auch für den heutigen Leser äußerst spannend – und mit einem Umfang von 18 Seiten ohnehin eine schaurige Abwechslung. Zu finden ist sie außerdem kostenlos im Internet.